Nachruf auf Professor Dr. Fritz Poustka (1941–2025)

Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Fritz Poustka, dessen Leben, Wirken, sein klinisches und wissenschaftliches Oeuvre zum Thema Autismus, viele Menschen tief berührt hat. Sein Tod hinterlässt eine schmerzliche Lücke – bei seiner Familie, bei Weggefährten, Kolleginnen und Kollegen sowie bei all jenen, denen er mit großem Engagement und echter Menschlichkeit begegnet ist.
Fritz Poustka war nicht nur ein herausragender Kinder- und Jugendpsychiater, sondern vor allem ein Mensch mit wachem Geist, offenem Herzen und großem Verantwortungsgefühl. Wie kein Anderer hat er die Autismusforschung in Deutschland entscheidend geprägt. Durch seine wissenschaftliche Arbeit, seine klinische Erfahrung und sein langjähriges Engagement trug er maßgeblich dazu bei, Autismus differenziert zu verstehen und in Medizin und Gesellschaft angemessen wahrzunehmen. Viele Entwicklungen in Diagnostik, Forschung und Versorgung sind untrennbar mit seinem Wirken verbunden: Er hat zur Entwicklung, Übersetzung und Validierung von zahlreichen diagnostischen Verfahren entscheidend beigetragen, hat in vielen internationalen Konsortien und Genom-Untersuchungen mitgearbeitet. Er war Gründungsmitglied der Wissenschaftliche Gesellschaft Autismus Spektrum und war ihr über viele Jahre eng verbunden. In Anerkennung seiner außergewöhnlichen Verdienste wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Für sein wissenschaftliches und persönliches Lebenswerk erhielt er 2022 die Kanner-Asperger-Medaille.
Neben seiner immensen fachlichen Bedeutung war Fritz Poustka ein zugewandter, besonnener und insbesondere humorvoller, verlässlicher Mensch. Er begegnete Patientinnen und Patienten, ihren Familien sowie Kolleginnen und Kollegen stets mit Respekt, Klarheit und menschlicher Haltung.
Als Lehrer und Mentor prägte er Generationen von Kollegen und Kolleginnen. Sein Denken, seine Werte und sein Engagement wirken in ihrer Arbeit bis heute fort.
Wir verlieren mit Fritz Poustka einen außergewöhnlicheren Menschen, einen herausragenden Arzt und Wissenschaftler.
Sein Wirken bleibt.
Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Angehörigen.

