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Workshops

 

Im Rahmen der WTAS finden jedes Jahr Workshops zu unterschiedlichen Themen der Autismus-Forschung, aber auch verwandten Themefeldern statt.

WGAS Autismus - Unsere Ziele

Bitte beachten Sie, dass kurzfristige Änderungen am Workshop-Programm möglich sind. 

Für die Workshops werden Fortbildungspunkte vergeben, welche wir bei der jeweils zuständigen Ärztekammer beantragen. Die Fortbildungspunkte werden in der Regel  ebenfalls von der Psychotherapeutenkammer anerkannt.

Workshops müssen zusätzlich zur Tagung kostenpflichtig gebucht werden.

Das Konzept des Autismus-Spektrums im Kontext der ICF

Andreas Seidel

Die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) eröffnet eine Perspektive, die über Diagnosen hinausgeht und die individuelle Funktionsfähigkeit sowie die Wechselwirkungen zwischen Person und Umwelt in den Mittelpunkt stellt. Vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen um das Autismus-Spektrum lädt der Workshop dazu ein, fallorientiert das Potenzial der ICF für Diagnostik, Teilhabeplanung und interdisziplinäre Zusammenarbeit zu reflektieren. Gemeinsam werden Chancen, Grenzen und praktische Anwendungsbeispiele diskutiert sowie die Frage erörtert, ob die ICF einen hilfreichen Perspektivwechsel im Verständnis von Autismus ermöglichen kann.

Prof. Dr. med. Andreas Seidel ist Neuropädiater und ärztlicher Psychotherapeut für Kinder und Jugendliche; er arbeitet als Professor für Sozialpädiatrie an der Hochschule Nordhausen. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der Sozialpädiatrie, Psychotherapie, der Entwicklungs- und Frühförderung sowie im Autismus-Spektrum. Ein Fokus seiner Forschung und Publikationen gilt der Anwendung der ICF zur teilhabeorientierten Diagnostik und Bedarfsermittlung bei Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderung.

Autistische Schüler*innen in Schule und Unterricht: Mit dem SPACE-Modell verstehen, unterstützen und Lernen ermöglichen

Melika Ahmetovic

Autistische Schüler*innen lassen sich nicht losgelöst von den Situationen verstehen, in denen sie lernen sollen. Ob sie sich beteiligen, zurückziehen, anspannen oder ihre Fähigkeiten zeigen können, hängt wesentlich davon ab, wie verständlich, sicher und zugänglich Schule und Unterricht für sie gestaltet sind.

Das SPACE-Modell bietet einen Rahmen, um genauer hinzusehen: Wie erleben autistische Schüler*innen ihre schulische Umgebung? Was brauchen sie in Bezug auf sensorische Bedingungen, Verarbeitungszeit, Vorhersehbarkeit, Kommunikation, Akzeptanz und Empathie? Und wie können Unterricht, Beziehungen und schulische Strukturen so gestaltet werden, dass sie nicht nur irgendwie zurechtkommen, sondern gut lernen, sich entwickeln und gedeihen können?

Im Workshop werden die einzelnen Bereiche des SPACE-Modells auf Schule und Unterricht übertragen und mit konkreten Handlungsmöglichkeiten verbunden. Dabei bleibt Raum für aktuelle Fragen und Situationen der Teilnehmenden, die gemeinsam eingeordnet und bearbeitet werden.

Melika Ahmetovic ist Dozentin und Forscherin am Lehrstuhl für Sonderpädagogik in den Schwerpunkten emotionale und soziale Entwicklung sowie Autismus an der Ludwig-Maximilians-Universität München. In ihrer Forschung untersucht sie Brüche in den Bildungsbiografien autistischer Schüler*innen aus den Perspektiven von Lehrkräften, Eltern und autistischen Menschen. Weitere Schwerpunkte ihrer Arbeit sind schulische Teilhabe, Barrieren im Bildungssystem und neurodiversitätsaffirmative Pädagogik. Sie koordiniert das Erweiterungsstudium Pädagogik bei Autismus-Spektrum und begleitet Schulen und Bildungseinrichtungen bei der Entwicklung autismussensibler und inklusiver Strukturen.

Diagnostik von Autismus im Erwachsenenalter: Was machen in Zweifelsfällen?

Claus Lechmann

Immer häufiger suchen erwachsene PatientInnen eine Abklärung, ob bei Ihnen Autismus vorliegen könnte. Nicht wenige davon zeigen ein Konglomerat von psychopathologischen Symptomen, ohne dass ein klassisches Autismus-Bild erkennbar ist. Diese „Zweifelsfälle“ stellen die Fachleute vor eine große Herausforderung. Bei einer engen Auslegung der diagnostischen Kriterien erntet man nicht selten herbe Enttäuschung auf Seiten der PatientInnen. Wie hängt diese Entwicklung mit dem Spektrumsbegriff, der neuen Konzeption im ICD-11, dem Neurodiversitätsgedanken und dem Autismus-Bild in den (sozialen) Medien zusammen? Und wie hilfreich sind die bisherigen Diagnostikinstrumente (ADOS, Fragebögen, Interviewleitfäden)?

In diesem Workshop werden die TeilnehmerInnen eingeladen Ihre Vorgehensweisen, Ihre Sichtweisen von Autismus abzugleichen und über Nutzen und Grenzen von Autismus-Diagnosen zu reflektieren. Mögliche Vorgehensweisen bei Zweifelsfällen werden vorgestellt. Videobeispiele sollen dabei den diagnostischen Blick verfeinern bzw. reflektieren und das Vorgehen veranschaulichen.

Claus Lechmann war nach dem Abschluss als Diplom-Psychologe 10 Jahre in Psychiatrischen Kliniken tätig, er hat Aus- und Weiterbildungen in Verhaltenstherapie, Gestalttherapie, Systemischer Therapie, Dialektisch-Behavioraler Therapie, Schematherapie sowie Approbationen sowohl als Erwachsenen- als auch Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut. Von 1995 bis 2024 war er Leiter des AutismusTherapieZentrums in Köln, seit 25 Jahren ist er Dozent, Supervisor und Selbsterfahrungsleiter an verschiedenen Verhaltenstherapie-Ausbildungsinstituten mit Seminarschwerpunkten Autismus und Borderline-Störungen. Tätigkeit in einer Lehrpraxis, Mitglied in der Steuerungsgruppe zur Erstellung der S3-Leitlinie ASS und langjähriges Mitglied im Wissenschaftlicher Beirat bei autismus Deutschland e.V.

Was ist Autismus? – Ein Begriff unter Druck des Zeitgeistes

Informationsveranstaltung für Betroffene, Angehörige und Interessierte

Veronika Thorns & David Alvarez-Fischer

Der Begriff „Autismus“ ist derzeit allgegenwärtig: in sozialen Medien, im öffentlichen Diskurs und nicht selten auch in der eigenen Lebensgeschichte. Viele Erwachsene fragen sich: „Bin ich autistisch – oder steckt etwas anderes dahinter?“ Gleichzeitig wird Autismus zunehmend als identitätsstiftendes Label verstanden und im Rahmen von Neurodiversität positiv gedeutet.

In dieser Veranstaltung beleuchten wir sachlich und verständlich, was Autismus im Erwachsenenalter eigentlich bedeutet – und was nicht. Wir erklären die aktuellen Diagnosekriterien (DSM‑5‑TR, ICD‑11), zeigen typische Merkmale, grenzen sie von häufigen Differentialdiagnosen ab (z. B. ADHS, soziale Angst, Persönlichkeitsstörungen, Traumafolgestörungen) und besprechen die Auswirkung von Fehldiagnosen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Frage, warum der Autismus‑Begriff heute unter dem „Druck des Zeitgeistes“ steht: Welche Rolle spielen Selbstdiagnosen, soziale Medien und das Bedürfnis nach Zugehörigkeit? Wo liegen Chancen, wo Risiken einer inflationären Verwendung des Begriffs? Wir diskutieren, wann eine professionelle Diagnostik sinnvoll ist und welche Schritte dann empfehlenswert sind.

Die Veranstaltung richtet sich an Erwachsene mit Autismus‑Verdacht, bereits diagnostizierte autistische Menschen, Angehörige sowie alle, die sich fundiert informieren möchten. Eigene Fragen und Erfahrungen sind willkommen.

Dr. med. Veronika Thorns ist Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie. Seit 2021 ist sie gemeinsam mit PD Dr. Daniel Alvarez Fischer und Dr. Margret Braun in Lübeck niedergelassen. Sie studierte Humanmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover und an der Harvard Medical School in Boston und promovierte im Fach Neuropsychiatrie zum Thema Demenz.
Nach einem zweijährigen Forschungsaufenthalt an der UCSD / San Diego und mehrjähriger klinischer Tätigkeit in der Neurologie war sie zehn Jahre an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie sowie an der Klinik für Psychosomatik des Zentrums für Integrative Psychiatrie (ZIP) der Universität zu Lübeck tätig.
Ihre fachlichen Schwerpunkte umfassen ADHS im Erwachsenenalter, Autismus-Spektrum-Störungen und die entsprechende Diagnostik, Angsterkrankungen, Depressionen sowie Internetabhängigkeit.

PD Dr. med. Daniel Alvarez-Fischer ist Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie. Seit 2021 arbeitet er in Gemeinschaftspraxis mit Dr. Veronika Thorns und Dr. Margret Braun in Lübeck. Er studierte Humanmedizin an der Philipps-Universität Marburg sowie am Hospital Universitário Reina Sofía in Córdoba, Spanien, und promovierte im Fach Psychiatrie zum Thema Abhängigkeitserkrankungen.
Nach mehrjähriger klinischer Tätigkeit in der Neurologie sowie einem dreijährigen Forschungsaufenthalt in Paris an der INSERM und am Collège de France war er neun Jahre an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie sowie an der Klinik für Psychosomatik des Zentrums für Integrative Psychiatrie (ZIP) der Universität zu Lübeck tätig, wo er zuletzt die Psychiatrische Institutsambulanz leitete.
Seine fachlichen Schwerpunkte liegen in der Diagnostik und Behandlung von ADHS im Erwachsenenalter, Autismus-Spektrum-Störungen, Intelligenzminderung und dem Tourette-Syndrom.

Evidenzbasierte autismusspezifische Elterntrainings: Was hilft Eltern im Alltag?
State of the Art – Wissenschaftliche Evidenz und praktische Umsetzung

Bettina Brehm & Judith Schill

Familien mit Kindern mit einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS) stehen im Alltag vor besonderen Herausforderungen und haben häufig einen hohen Unterstützungsbedarf. Eltern berichten oftmals, vermehrt unter Stress- und Depressionssymptomen zu leiden und wünschen sich oft konkrete Möglichkeiten, die Entwicklung ihres Kindes positiv zu unterstützen und Entlastung für das Familienleben zu erhalten.

Die Einbeziehung von Eltern und familiärem Umfeld stellt dabei ein wichtiger Baustein der autismusspezifischen Behandlung dar und wird insbesondere bei komorbiden oppositionellen Verhaltensweisen in den S3-Leitlinien empfohlen (AWMF, 2021).
Der Workshop gibt einen State-of-the-Art-Überblick über autismusspezifische Elterntrainings und elternbezogene therapeutische Ansätze. Neben der Darstellung aktueller Evidenz werden ausgewählte Trainingsansätze vorgestellt und deren praktische Umsetzung diskutiert. Im Mittelpunkt steht der Erfahrungsaustausch darüber, welche Methoden sich in der klinischen Elternberatung als hilfreich erweisen und wie Familien – einschließlich Geschwisterkindern – im Alltag wirksam unterstützt werden können.

Dipl.Psych. Bettina Brehm ist Psychologische Psychotherapeutin und arbeitet seit ca. 20 Jahren mit Kindern und Jugendlichen mit Autismus-Spektrum-Störungen. Seit 2015 arbeitet sie in leitender Funktion in der Autismus – Ambulanz der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Kindes- und Jugendalter des Universitätsklinikums Freiburg. Seit 2023 ist sie in dieser Klinik Leitende Psychologin. Ihr Arbeitsschwerpunkt liegt in der Diagnostik und Therapie bei Autismus Spektrum Störungen sowie in der Beratung und Coaching der Eltern mit Kindern mit Autismus Spektrum. Sie war federführend an der Entwicklung des Freiburger Elterntrainings für Autismus Spektrum störung (FETASS) beteiligt. Auf der Evaluation des Elterntrainings mit der Untersuchung des Stresserlebens in den betroffenen Familien liegt aktuell ihr Forschungsschwerpunkt.

Dr. phil., Dipl.-Psych. Judith Schill ist Diplom-Psychologin und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin. Seit 2005 an der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Kindes- und Jugendalter des Universitätsklinikums Freiburg tätig. Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen Diagnostik bei Autismus-Spektrum- Störungen, Beratung und Coaching von Eltern sowie der regelmäßigen Durchführung von Elterntrainings.

Sprache bei Kindern und Erwachsenen mit Autismus-Spektrum-Störung

Andreas Riedel & Monica Biscaldi-Schäfer

Die Sprache bei Menschen mit der Diagnose Autismus-Spektrum-Störung (ASS) ist auf viele Art und Weise „anders“: Sie hat manchmal eine völlig andere Ausprägung, sie klingt anders, sie hat oft eine andere Struktur, sie meint oft etwas anderes. Bereits die Pioniere in der Beschreibung autistischer Merkmale – Grunja Ssucharewa, Leo Kanner und Hans Asperger – haben sich mit besonderer Sorgfalt dem Thema Sprache in ihren vielfältigen Besonderheiten bei den von ihnen beschriebenen Fällen gewidmet. Die Sprachbesonderheiten reichen von tiefgreifenden Beeinträchtigungen der funktionalen Sprache bis zu dem allgemeinen Problem der Sprachpragmatik, das nun in der ICD-11 als wesentliches Merkmal der ASS angegeben wird. Zwischen neurotypischen und autistischen Gesprächspartnern gibt es dauernd Missverständnisse, auch und gerade bei angeblich „hochfunktionalen“ Kindern und Erwachsenen mit einer ASS-Diagnose. Und das sind – wenn man genauer hinsieht – nicht etwa emotionale, sondern tatsächlich oft sprachliche Missverständnisse. Viele Menschen mit ASS weisen trotz einer sehr flüssigen, scheinbar „normalen“ Sprachproduktion einen sehr „speziellen“ Umgang mit Sprache auf, den wiederum sprachlich zu beschreiben einem dann gar nicht so leicht fällt: Auf der einen Seite findet sich eine geradezu kristalline Klarheit der Semantik und eine überdurchschnittliche verbale Differen­zierungsfähigkeit; auf der anderen Seite bereiten der Gesprächsfluss, die mimische, gestische und prosodische Kommunikation und das Verstehen von indirekt-verbal ausgedrückten Botschaften (durch die Blume Gesagtes, Metaphern, Ironie, Sprech­akte u.a.) dann oft ganz erstaunliche Schwierigkeiten. Kinder mit ASS leiden schon früh unter kommunikativen Missverständnissen, auch wenn Intelligenz und funktionale Sprache nicht beeinträchtigt sind. Nicht zuletzt erzeugen diese in der „peer group“ ein Gefühl der Andersartigkeit und führen zu intrafamiliären und schulischen Konflikten. Autistische Kinder haben oft nur zwei Möglichkeiten: sich zurückzuziehen und in der eigenen Welt zu leben (bis hin zu Mutismus) oder Frustration und Wut auszuagieren und „auszurasten“. Soziale und emotionale Entwicklung und Teilhabe sind dadurch erheblich beeinträchtigt.

Das Phänomen „autistischer Sprache“ ist natürlich mit dem Bereich der Kommunikation stark verwoben, Sprache ist Teil der Kommunikation und in der Natur immer eingebettet in nonverbalen und paraverbalen Ausdruck sowie Kontextfaktoren, die ihr erst ihre pragmatische und situative Bedeutung verleihen. Mit Hilfe der Methoden und der Terminologie der linguistischen Pragmatik lassen sich die sprachlichen Auffälligkeiten gut beschreiben und besser verstehen. Da viele sprachpragmatische Phänomene im (neurotypischen) Gespräch völlig unbewusst ablaufen, ist es von hoher Bedeutung, diese zuerst einmal bewusster zu machen, da­mit ihr Vorhandensein oder ihr Fehlen klarer erkannt, benannt und dem Gegenüber mit ASS erklärt werden kann.

Somit wird der Workshop einerseits einen Überblick über die Kernphänomene der phi­losophisch-linguistischen Pragmatik und die bislang nachgewiesenen Auffälligkeiten in diesem Bereich bei Menschen mit ASS geben, andererseits aber in praktischen Übungen verschiedene Elemente der Sprachpragmatik den Teilnehmenden bewusster machen, z. B. die Funktion von Smalltalk, die Komplexität des Sprecherwechsels, die gruppenkohärenzfördernde Funktion von Ironie oder die kommunikative Funktion von Verstößen gegen Konversationsregeln. Durch die praktischen Übungen sollen diese zuerst einmal abstrakt klingenden Phänomene so plastisch und lebendig wie möglich illustriert werden. Außerdem sollen an einigen Beispielen (Fallvignetten) die potenziellen Konsequenzen der Probleme in der Sprachpragmatik bei Kindern und Erwachsenen mit ASS erläutert werden.

PD Dr. med. Dr. phil. Andreas Riedel ist seit 2020 Leitender Arzt und Chefarztstellvertreter an der Luzerner Psychiatrie und leitet dort u.a. die Fachstelle für Autismus im Erwachsenenalter. Er war von 2009 bis 2020 Leiter der Spezialsprechstunde für Autismus-Spektrum-Störungen im Erwachsenenalter sowie Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg im Breisgau. Er studierte Philosophie und Medizin in Freiburg im Breisgau, Kathmandu und London und habilitierte 2016 zum Thema Autismus-Spektrum-Störungen im Erwachsenenalter. Er ist Autor bzw. Herausgeber zahlreicher wissenschaftlicher Originalartikel und mehrerer Fachbücher zum selbigen Thema.

Prof. Dr. med. Monica Biscaldi-Schäfer ist seit 2007 Oberärztin an der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Kindes- und Jugendalter am Universitätsklinikum Freiburg. Im Universitären Zentrum Autismus-Spektrum (UZAS-Freiburg) ist sie Leiterin des Kinder- und Jugendbereichs. In 2018 habilitierte sie zum Thema kognitive und visuomotorische Leistungen bei Kindern mit Entwicklungsstörungen. Ihre wissenschaftliche Tätigkeit umfasst, über die Untersuchung kognitiver Prozesse im visuellen System und die Erfassung der Blickmotorik bei Entwicklungsstörungen hinaus, die Erarbeitung und Evaluation von verhaltenstherapeutisch basierten, manualisierten Therapieprogrammen für Autismus-Spektrum-Störung.

Herr Riedel und Frau Biscaldi-Schäfer sind Herausgeber und Autoren des Buches „Sprache bei Menschen im Autismus-Spektrum – Interdisziplinäre Perspektiven“, publiziert beim Kohlhammer Verlag.

Ambulante psychotherapeutische Versorgung Erwachsener mit ASS

Bettina Bergau

Der Workshop befasst sich mit Angeboten in der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung Erwachsener mit ASS. Dabei werden einerseits bestehende Behandlungskonzepte sowohl im Einzel- als auch im Gruppensetting vorgestellt, andererseits wird auch auf die Frage eingegangen, wie mit der wachsenden Nachfrage an psychotherapeutischen Versorgungsangeboten umgegangen werden kann. Ein weiterer Schwerpunkt des Workshops wird darauf liegen, Ideen und Erfahrungen der Workshopteilnehmenden zu sammeln und hieraus Implikationen für die psychotherapeutische Arbeit abzuleiten.

Frau Dr. Dipl.-Psych. Bettina Bergau arbeitet in der Nähe von München als psychologische Psychotherapeutin (VT) in eigener Praxis. In den vergangenen Jahren arbeitete sie schwerpunktmäßig mit Erwachsenen mit ASS sowohl im psychotherapeutischen Einzel- und Gruppensetting als auch in der psychotherapeutischen Grundversorgung. Sie konzipierte außerdem für Autismus Oberbayern e.V. ein Elterntraining für Eltern autistischer Kinder und war für den Verein beratend tätig.  

ADOS-Refresher

Inge Kamp-Becker & Martin Schulte-Rüther

Viele psychische, Verhaltens- oder Entwicklungsstörungen gehen mit Symptomen einher, die der Symptomatik von Autismus-Spektrum-Störungen ähneln und/oder die Verdachtsdiagnose einer autistischen Störung aufkommen lassen. Die korrekte und valide Diagnostik von Autismus-Spektrum-Störungen stellt in vielen Fällen eine Herausforderung für den Untersucher dar. Die standardisierte Beobachtungsskala (ADOS-2) ist ein wichtiger Bestandteil der Diagnostik, erfordert jedoch vom Untersucher ein Training und umfangreiche Erfahrung in der Durchführung und Kodierung im Hinblick auf das gesamte Spektrum autistischer Störungen sowie sämtlicher relevanter Differentialdiagnosen. Zentral sind regelmäßige Supervisionen und „Kalibrierungen“ der Kodierungen, um die Reliabilität der Einschätzung sicher zu stellen. Dieser Workshop stellt kein ADOS-Training dar, sondern soll Teilnehmern, die bereits ein Training durchlaufen haben, bezüglich der Anwendung des ADOS/-2 auf den neuesten Stand zu bringen, Gelegenheit geben, Fragen oder Fälle zu klären bzw. Unklarheiten auszuräumen. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine bereits erfolgte Zertifizierung zur Durchführung des ADOS oder ADOS-2.

Prof. Dr. Inge Kamp-Becker ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Heidelberg und beschäftigt sich seit über 20 Jahren sowohl in wissenschaftlicher, als auch klinischer Sicht mit der Thematik Autismus-Spektrum-Störungen. Sie hat lange Jahre eine Spezialambulanz für Autismus-Spektrum-Störungen geleitet und koordiniert mehrere multizentrische Forschungsprojekte. Bei ihrer Forschung handelt es sich um klinisch relevante Forschungsfragen, die die frühe, valide Identifikation und Behandlung von Autismus zum Ziel haben. Sie ist zertifizierte ADOS-Trainerin und beschäftigt sich insbesondere mit diagnostischen, differentialdiagnostischen und therapeutischen Aspekten des Störungsbildes Autismus. Sie ist Mitglied der Steuergruppe der AWMF- S3- Leitlinien zur Diagnostik und Therapie der Autismus-Spektrum-Störungen und Vorstandsmitglied der wissenschaftlichen Gesellschaft für Autismus.

Dr. rer. nat. Martin Schulte-Rüther ist Arbeitsgruppenleiter an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Heidelberg. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit Autismus-Spektrum-Störungen und der Entwicklung sozialer Kognition und Interaktion vom Kindes- bis zum jungen Erwachsenenalter sowie der assoziierten neuronalen Mechanismen. Ein Schwerpunkt liegt auf der multimodalen, quantitativen Erfassung sozialer Verhaltensweisen (unter anderem mit mobilem Eye-Tracking, Video- und Sensordaten), um Körpersprache, Blickverhalten und nonverbale Kommunikation von Kindern und Jugendlichen objektiv messbar zu machen. Ein Ziel ist dabei, verlässliche, quantitative Messverfahren zu entwickeln, die zu einer früheren und präziseren Diagnose sowie zu individualisierten Förder- und Behandlungsangeboten für Kinder und Jugendliche im Autismus-Spektrum beitragen können. Er ist zertifizierter ADOS-Trainer und Vorstandsmitglied der wissenschaftlichen Gesellschaft Autismus-Spektrum.

Pathological Demand Avoidance (PDA) als Verhaltensprofil bei Autismus:
Wissenschaftlicher Stand und praktische Implikationen für Klinik, Beratung und familiären Alltag

Karoline Teufel & Eva Lopez

In diesem Workshop setzen wir uns kritisch mit dem zunehmend präsenter werdenden Phänomen „Pathological Demand Avoidance (PDA)“ bei Autismus auseinander. PDA wird als mögliches Verhaltensprofil innerhalb des Autismus-Spektrums diskutiert, ist jedoch wissenschaftlich wie klinisch umstritten. Wir beleuchten dabei nicht nur die klinische Relevanz, sondern auch die Frage, wie PDA theoretisch einzuordnen ist und inwieweit diagnostische Klassifikationssysteme solche Verhaltensmuster überhaupt abbilden können oder welche Alternativen zur Dokumentation hilfreich sein können. Neben der leitliniengerechten Diagnostik bilden praxisorientierte Ansätze für den Umgang mit Betroffenen und ihren Familien einen Schwerpunkt. Ziel ist es, Eltern, Fachkräften und weiteren Bezugspersonen evidenzbasierte Empfehlungen an die Hand zu geben, die sowohl die Förderung der Kinder als auch die Entlastung der gesamten Familie unterstützen, wenn ein autistisches Kind ausgeprägtes Vermeidungsverhalten von Anforderungen zeigt.

Dieser Workshop richtet sich an alle Fachpersonen, die im diagnostischen, beratenden, therapeutischen oder klinischen Setting tätig sind und sich mit ausgeprägtem Anforderungs-Vermeidungsverhalten bei autistischen Kindern und Jugendlichen konfrontiert sehen.

Zusätzlich zur theoretisch-wissenschaftlichen Einordnung wird das Thema auch anhand von Fallbeispielen und der Vorstellung lösungsorientierter „Tools“ und leitliniengerechter Unterstützungsmaßnahmen praxisorientiert beleuchtet.

Dipl. Psych. Karoline Teufel ist Diplom-Psychologin und war in verschiedenen Einrichtungen mit unterschiedlichen Therapieansätzen für Autismus-Spektrum-Störungen tätig. Seit 2015 arbeitet sie in leitender Funktion im Autismus-Therapie- und Forschungszentrum der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Goethe-Universität Frankfurt. Ihr besonderes Anliegen ist es, die Erkenntnisse aus der entwicklungspsychologischen und klinischen Forschung in die klinische Arbeit zu integrieren, um Kinder und Jugendliche aus dem Autismus-Spektrum und ihre Familien mit evidenzbasierten Maßnahmen zu unterstützen. Sie war federführend an der Entwicklung des Frankfurter Frühinterventionsprogramms für Kinder mit Autismus (A-FFIP) beteiligt.

Dipl. Psych. Eva Lopez ist Diplom-Psychologin und approbierte Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche. Sie ist langjährige Mitarbeiterin im Autismus-Therapie- und Forschungszentrum der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Goethe-Universität Frankfurt. Dort ist sie als Therapeutin für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Autismus-Spektrum-Störung tätig. Darüber hinaus führt sie auch Autismus-Diagnostik durch. Seit vielen Jahren berät sie Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen mit Autismus-Spektrum-Störungen.

Autistische Perspektiven einbeziehen: Partizipation in der Psychotherapieforschung und Praxis

Tobias Schuwerk & Imke Heuer

Autistische Menschen haben im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein deutlich erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen, gleichzeitig bestehen erhebliche Zugangsbarrieren zu einer angemessenen psychotherapeutischen Versorgung – über alle Altersstufen hinweg, von Kindheit bis Erwachsenenalter. Dies wird durch das fehlende Wissen vieler Psychotherapeut:innen erschwert, wie Interventionen an Informationsverarbeitung und Kommunikationsstile autistischer Patient:innen angepasst werden können. Damit Psychotherapie nicht an ihren Bedürfnissen vorbeigeht, rückt zunehmend die aktive Einbeziehung autistischer Perspektiven in Forschung, Ausbildung und psychotherapeutische Praxis in den Fokus.

Der Workshop gibt einen Überblick über bisherige Ansätze partizipativer Zusammenarbeit und lädt dazu ein, gemeinsam mit den Teilnehmenden neue Wege zu diskutieren, wie autistische und nichtautistische Perspektiven in Forschung und Praxis stärker miteinander verschränkt werden können. Dabei werden Erfahrungen aus laufenden partizipativen Projekten vorgestellt und offene Fragen sowie Herausforderungen kritisch beleuchtet. Der Workshop selbst ist partizipativ angelegt: Teilnehmende sind eingeladen, eigene Perspektiven und Erfahrungen einzubringen und gemeinsam Ideen weiterzuentwickeln. Denn nur wenn autistische Perspektiven konsequent einbezogen werden, kann Psychotherapie so passgenau werden, dass sie autistische Menschen optimal dabei unterstützt, ein möglichst gesundes und erfülltes Leben zu führen.

Prof. Dr. Tobias Schuwerk ist akademischer Oberrat an der Ludwig-Maximilians-Universität München und psychologischer Psychotherapeut für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Entwicklung sozialer Kognition, Autismus und partizipativen Forschungsansätzen. Er leitet das partizipative Forschungsforum Heureka!

Dr. Imke Heuer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der AG Partizipative und Kollaborative Forschung am Universitätklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), spätdiagnostizierte Autistin und in der Selbstvertretung autistischer Menschen aktiv (autSocial e.V., Aspies e.V., EUCAP). Sie ist engagiert in der partizipativen Autismusforschung (Autismusforschungs-Kooperation, Projekt AIRA) und erfahren als Referentin und Workshopleiterin.

Autismus bei Erwachsenen – klinische Präsentation, Diagnostik und Differentialdiagnostik: Workshop mit Fokus auf typischen Problemen im Praxisalltag

Veronika Thorns & David Alvarez-Fischer

Dieser Workshop konzentriert sich auf typische Schwierigkeiten und Fallstricke der Erstdiagnostik der Autismus-Spektrum-Störung bei Erwachsenen im klinischen Alltag. Anhand zahlreicher anonymisierter Patientenvideos aus unserer eigenen Sprechstunde illustrieren wir konkrete Situationen im diagnostischen Alltag – von der ersten Verdachtsäußerung über das Screening bis zur integrativen Diagnosestellung.

Wir geben einen kompakten Überblick über die Diagnosekriterien nach DSM‑5‑TR, skizzieren deren Entwicklung (DSM‑IV, ICD‑10) und diskutieren kritisch die ICD‑11‑Kriterien. Zentrale Begrifflichkeiten (z. B. „hochfunktionaler Autismus“, „Masking/Camouflaging“) werden praxisnah besprochen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Differentialdiagnostik (u. a. ADHS, soziale Angststörung, Persönlichkeitsstörungen) und häufigen Fehlerquellen, jeweils begleitet von Videobeispielen. Abschließend stellen wir den diagnostischen Prozess gemäß aktueller S3‑Leitlinien dar und diskutieren Screening‑ und Diagnoseinstrumente für Erwachsene (z. B. AQ, RAADS‑R, ADOS‑2 Modul 4) hinsichtlich ihrer Gütekriterien und Grenzen im Alltag.

Der Workshop ist interaktiv gestaltet; eigene Fälle und Fragen sind willkommen.

Hinweis zu den Zulassungsvoraussetzungen:
Im Rahmen des Workshops werden Videoaufnahmen von PatientInnen gezeigt. Aufgrund der hierfür vorliegenden Einverständniserklärungen und zum Schutz der PatientInnen ist eine Anmeldung aus Datenschutzgründen auf folgenden Personenkreis begrenzt: PsychotherapeutInnen in Ausbildung, approbierte PsychotherapeutInnen, psychologische und medizinische WissenschaftlerInnen sowie (Kinder- und Jugend-) PsychiaterInnen mit Interesse an der Autismusdiagnostik im Erwachsenenalter.

Wir bitten Sie, einen entsprechenden Nachweis vor Beginn des Workshops bereitzuhalten. Sollte die Zulassungsvoraussetzung nicht erfüllt sein, ist eine Teilnahme am Workshop nicht möglich; eine Erstattung der Teilnahmegebühr kann in diesem Fall nicht erfolgen. Darüber hinaus gelten die allgemeinen Anmelde- und Zahlungsbedingungen der Veranstaltung.

Dr. med. Veronika Thorns ist Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie. Seit 2021 ist sie gemeinsam mit PD Dr. Daniel Alvarez Fischer und Dr. Margret Braun in Lübeck niedergelassen. Sie studierte Humanmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover und an der Harvard Medical School in Boston und promovierte im Fach Neuropsychiatrie zum Thema Demenz.
Nach einem zweijährigen Forschungsaufenthalt an der UCSD / San Diego und mehrjähriger klinischer Tätigkeit in der Neurologie war sie zehn Jahre an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie sowie an der Klinik für Psychosomatik des Zentrums für Integrative Psychiatrie (ZIP) der Universität zu Lübeck tätig.
Ihre fachlichen Schwerpunkte umfassen ADHS im Erwachsenenalter, Autismus-Spektrum-Störungen und die entsprechende Diagnostik, Angsterkrankungen, Depressionen sowie Internetabhängigkeit.

PD Dr. med. Daniel Alvarez Fischer ist Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie. Seit 2021 arbeitet er in Gemeinschaftspraxis mit Dr. Veronika Thorns und Dr. Margret Braun in Lübeck. Er studierte Humanmedizin an der Philipps-Universität Marburg sowie am Hospital Universitário Reina Sofía in Córdoba, Spanien, und promovierte im Fach Psychiatrie zum Thema Abhängigkeitserkrankungen.
Nach mehrjähriger klinischer Tätigkeit in der Neurologie sowie einem dreijährigen Forschungsaufenthalt in Paris an der INSERM und am Collège de France war er neun Jahre an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie sowie an der Klinik für Psychosomatik des Zentrums für Integrative Psychiatrie (ZIP) der Universität zu Lübeck tätig, wo er zuletzt die Psychiatrische Institutsambulanz leitete.
Seine fachlichen Schwerpunkte liegen in der Diagnostik und Behandlung von ADHS im Erwachsenenalter, Autismus-Spektrum-Störungen, Intelligenzminderung und dem Tourette-Syndrom.

Herausforderndes Verhalten bei Kindern und Jugendlichen mit Intelligenzminderung und Autismus: Ursachen und Behandlungsoptionen

Julia Geissler & Tanja Zierhut

Kinder mit Autismus-Spektrum-Störungen zeigen häufig expansives oder herausforderndes Verhalten – etwa selbstverletzendes oder aggressives Verhalten oder starke Verweigerung. Dieses Verhalten beeinträchtigt nicht nur Lernprozesse und die Entwicklung von Selbstständigkeit, sondern stellen für die betroffenen Kinder und ihre Familien ein gravierendes Hindernis für eine gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe dar. Hinter diesen Verhaltensmustern steht häufig hohe emotionale Anspannung, die entsteht, wenn die Kinder Schwierigkeiten, Bedürfnisse und Gefühle nicht angemessen ausdrücken können. Sowohl den Kindern als auch ihren Bezugspersonen fehlen oft angemessene Strategien, um die Ursachen zu erkennen und zu adressieren.

Im Workshop wird ein Überblick über häufige Risiko- und Ursachenfaktoren für herausforderndes Verhalten vermittelt. An Hand von Fallbeispielen aus dem ambulanten Setting sowie der stationären Behandlung in einer Spezialklinik für Kinder mit Mehrfachbehinderung werden individuelle Ursachenanalysen vorgestellt. Strategien zum präventiven Umgang mit herausforderndem Verhalten und zur Adressierung der Ursachen werden ausführlich thematisiert. Als Ausblick wird die im Rahmen eines Forschungsprojektes entwickelte Smartphone-App ProVIA-Kids als niederschwelliges digitales Werkzeug vorgestellt, die Betreuungspersonen in der Ursachenerkennung und der Anwendung von Strategien unterstützt.

PD Dr. rer. nat. Julia Geissler ist als Psychologische Psychotherapeutin (VT) in der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Würzburg tätig. Ihre Promotion schloss sie 2013 und ihre Habilitation 2026 ab. Neben der klinischen Tätigkeit im Bereich Autismus-Spektrum-Störungen leitet sie die Arbeitsgruppe Komplexe Entwicklungsstörungen und verantwortet diverse Forschungsprojekte zu den Themen ASS und Kognitive Entwicklungsstörungen.

Dr. med. Tanja Zierhut ist Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und arbeitet an der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Würzburg. Ihre Promotion schloss sie 2007 ab. Sie leitet oberärztlich die Klinik am Greinberg, eine Spezialklinik für Kinder und Jugendliche mit Mehrfachbehinderung mit dem Schwerpunkt Störung der Intelligenzentwicklung und komorbide psychische Erkrankung.

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